Alles Bio, oder was?

Bio“ ist der Hype. In Deutsch­land sind inzwi­schen laut Food­watch rund 10% aller Höfe Bio­hö­fe. Aber wie das mit Pro­zent­zah­len so ist: Sie zei­gen Rela­tio­nen und ver­schlei­ern dadurch die kom­ple­xe Rea­li­tät eher, als sie zu zei­gen. So wur­den 2017 zum Bei­spiel nur rund 7% der bewirt­schaf­te­ten Flä­chen zer­ti­fi­ziert bio­lo­gisch betrie­ben. Und der Anteil am Lebens­mit­tel­um­satz macht nur rund 5% aus – und das, obwohl Bio‐Produkte in der Regel etwas mehr kos­ten. Bio, wen wundert’s, braucht also mehr Flä­che und/oder bringt weni­ger Ertrag. Und der Hype fin­det immer noch in einer Nische statt.

PHD und bio

Die Per­fect Health Diet wid­met „bio“ kein eige­nes Kapi­tel, das The­ma erscheint auch auf der Web­sei­te der Jami­nets immer nur in Neben­sät­zen („orga­nic veg­gies“). War­um ist das so?

Eine der drei Haupt‐Krankheitsursachen sieht die PHD in Toxi­nen. In den USA ist die Pestizid‐Ausbringung (noch) höher, als in den meis­ten euro­päi­schen Län­dern. Die kon­ven­tio­nel­le Land­wirt­schaft baut dort oben­drein inzwi­schen hohe Antei­le an gene­tisch ver­än­der­ten Orga­nis­men an, die einer­seits mehr Pes­ti­zi­de aus­hal­ten und ande­rer­seits auch mehr brau­chen. Anti­bio­ti­ka in der kon­ven­tio­nel­len Vieh­wirt­schaft sind eben­falls noch deut­lich ver­brei­te­ter als bei uns, zum einen, weil ohne die stän­di­ge Gabe von Anti­bio­ti­ka immer wie­der Seu­chen aus­bre­chen wür­den, zum ande­ren, weil Anti­bio­ti­ka den Neben­ef­fekt haben, dass sie vie­len Tie­ren schnel­ler ein höhe­res Gewicht ver­schaf­fen (die­ser Neben­ef­fekt funk­tio­niert wahr­schein­lich auch beim Men­schen…).

Bio“ (eng­lisch „orga­nic“) ist also ganz selbst­ver­ständ­lich Vor­aus­set­zung einer Ernäh­rung, die nicht schon durch Toxi­ne krank machen soll, inso­fern braucht die PHD es eigent­lich nicht eigens zu erwäh­nen.

Anhän­ger der PHD wis­sen aber, dass „bio“ allein noch kein aus­rei­chen­des Qua­li­täts­merk­mal ist. Die Pes­ti­zid­rück­stän­de auf und in Bio‐Lebensmitteln sind zwar im Durch­schnitt mess­bar nied­ri­ger als bei kon­ven­tio­nell ange­bau­tem Obst und Gemü­se (lt. Green­peace liegt der Mit­tel­wert für Bio‐Ware bei 0,01mg/kg, bei kon­ven­tio­nel­ler Ware bei 0,84 mg/kg). Wer ange­sichts von Men­gen im Milligramm‐Bereich mit den Schul­tern zuckt, der möge sich vor Augen füh­ren, dass die meis­ten Arz­nei­mit­tel, Mikro­nähr­stof­fe etc. ihre Wir­kung im Milli‐ und vie­le sogar im Mikro‐ oder Nanogramm‐Bereich ent­wi­ckeln…

Bio reicht nicht

Den­noch reicht „bio“ eben nicht. Ein mit „Kraft­fut­ter“ aus bio­lo­gi­schen Anbau gefüt­ter­tes Rind hat gegen­über einem Wei­de­tier eine deut­lich ver­än­der­te Fett­zu­sam­men­set­zung: deut­lich mehr ent­zün­dungs­för­dern­des Ome­ga 6 und nach nur drei Wochen ohne Gras/Heu prak­tisch kein Ome­ga 3 mehr (war­um das nicht so gesund ist, fin­den Sie im Kapi­tel 11 ab Sei­te 161 PHD). Ein mit Bio‐Soja ernähr­tes Huhn legt auch „Soja‐Eier“, erleb­te Ei‐Unverträglichkeiten sind nicht sel­ten auf Soja zurück­zu­füh­ren.

Wei­de­tie­re, Wild­tie­re, wirk­lich frei­lau­fen­de Hüh­ner (die auch mal einen Wurm fin­den und fres­sen), das ist die bevor­zug­te Qua­li­tät der PHD. Da ist es hilf­reich, wenn man beim Bau­ern sei­nes Ver­trau­ens ein­kauft (selbst, wenn er das für ihn teu­re Bio‐Label nicht führt, aber glaub­wür­dig die Regeln ein­hält), das bringt ihm einen Ertrag ohne Zwi­schen­han­del und Ihnen den ver­mut­lich bes­ten Preis.

Bio ist noch lange nicht öko…

Bio‐Erzeugnisse haben in der Regel auch eine höhe­re Nähr­stoff­dich­te – aber: Bio‐Früchte außer­halb der euro­päi­schen Sai­son aus Süd­ame­ri­ka sind min­des­tens so unreif gepflückt wor­den, wie kon­ven­tio­nel­les Obst der­sel­ben Her­kunft. Und es hat die­sel­be wei­te Stre­cke zurück­ge­legt. Unab­hän­gig davon, dass „Bio“ auch nicht in jedem Land das­sel­be heißt, hat die­se Transport‐Ware einen gro­ßen CO2‐Fußabdruck hin­ter­las­sen, wäh­rend sie gleich­zei­tig beim Nach­rei­fen Nähr­stof­fe ver­lo­ren hat.

The answer, my friend, is blowing in the wind…

Ein Satz zum Wind: Der dreht näm­lich nicht bei vor dem Bio‐Acker, wenn er das Gly­pho­sat vom kon­ven­tio­nell bestell­ten Feld oder das Ben­zol von der nächs­ten Stra­ße her­bei­trägt. Und auch der Regen ist ein gro­ßer Gleich­ma­cher.

Soja bleibt Soja und Sonnenblumenöl bleibt Sonnenblumenöl

Gera­de im Bio­la­den bzw. unter Bio‐Label wer­den vie­le Pro­duk­te ver­kauft, die den lei­der häu­fig gän­gi­gen Vor­stel­lun­gen von „gesun­der“ Ernäh­rung ent­spre­chen, aber, wie die PHD zeigt, nicht gesund sind: Dar­un­ter Pro­duk­te mit hohem Anteil mehr­fach unge­sät­tig­ter Fett­säu­ren aus Pflan­zen­kern­ölen, Flei­scher­satz aus Soja oder Getrei­de­er­satz aus Lupi­nen. Auch das Süßen mit Aga­ven­si­rup, des­sen Zucker bis zu 95% aus Fruk­to­se besteht, ist ein Zei­chen sol­cher „Gesund­heits­irr­tü­mer“, die in Bio‐Waren häu­fi­ger sind, als in kon­ven­tio­nel­len Fer­tig­zu­be­rei­tun­gen. „Bio“ heilt also nicht alles.

Es muss (nicht immer) bio sein

Also: Bio ist im Sin­ne der PHD uner­läss­lich, vor allem, wenn es um Obst und Gemü­se geht, das man mit der Scha­le essen soll­te (und das gilt für sehr viel mehr Feld­früch­te als man denkt) aber es muss eben nicht immer bio sein, manch­mal ist der besag­te Bau­er des Ver­trau­ens bes­ser, auch ohne bio. Und bei der Suche nach die­sem Bau­ern lernt man auch als Städ­ter wie­der Din­ge über Lebens­mit­tel, die einen der Super­markt schon lan­ge hat­te ver­ges­sen las­sen.


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