Die natürliche – artgerechte – Ernährung des Menschen

Paul Jami­net ist Astro­phy­si­ker, sei­ne Frau Shou-Ching Mole­ku­lar­bio­lo­gin und Krebs­for­sche­rin. Bei­de lit­ten in ihren mitt­le­ren Jah­ren an deut­li­chen Gesund­heits­ein­schrän­kun­gen und hat­ten auch jeweils ein Eltern­teil sehr früh ver­lo­ren. Vie­le Ver­su­che, wie­der gesund zu wer­den, schei­ter­ten, und so ent­schlos­sen sie sich ihren gro­ßen For­scher­ehr­geiz mit einer per­sön­li­chen Dring­lich­keit für eini­ge Jah­re auf das The­ma Ernäh­rung zu rich­ten um her­aus­zu­fin­den, ob und wie Ernäh­rung einen Bei­trag zur Gesun­dung leis­ten kann.

Sie lasen und wer­te­ten sie­ben Jah­re lang welt­weit Stu­di­en aus –  setz­ten For­schungs­er­geb­nis­se aus ver­schie­de­nen Berei­chen mit­ein­an­der in Bezie­hung, ver­än­der­ten nach den gewon­ne­nen Erkennt­nis­sen ihre eige­ne Ernäh­rung, teil­ten ihre Erfah­run­gen über einen Blog mit ande­ren Inter­es­sier­ten, Kran­ken und eini­gen Ver­zwei­fel­ten – inte­grier­ten auch deren Erfah­run­gen in ihre wei­te­ren For­schun­gen und ent­wi­ckel­ten so über eini­ge Jah­re die Per­fect Health Diet.

Auf ihrem Weg erlang­ten sie selbst ihre Gesund­heit zurück und gewan­nen vie­le Leser und Mit­strei­ter. Auch Men­schen, die schon vie­le Jah­re ver­such­ten, ein gesun­des Kör­per­ge­wicht (wieder)herzustellen, pro­fi­tier­ten enorm von die­ser Art der Ernäh­rung, obwohl das Kon­zept ursprüng­lich gar nicht auf Gewichts­kon­trol­le aus­ge­rich­tet war. Schluss­end­lich schrie­ben die bei­den For­scher ein Buch über ihre For­schungs­rei­se. Der Unter­ti­tel des ame­ri­ka­ni­schen Ori­gi­nals beschreibt, was eine gute Enäh­rung zur Gesund­heit bei­tra­gen kann:

Regain health and loo­se weight by eating the way you are meant to eat

Machen auch Sie sich mit den Erkennt­nis­sen der Jami­nets und den Rezep­ten aus die­sem Blog auf ihre eige­ne Rei­se zu mehr Gesund­heit und Wohl­be­fin­den!

Bei der Ent­wick­lung der Per­fect Health Diet (PHD) hat sich das Ehe­paar Jami­net fünf Prä­mis­sen erar­bei­tet.

1. Steinzeiternährung und 2. Evolution

Die natür­li­che Ernäh­rungs­wei­se des Men­schen im Paläo­li­thi­kum:

Die Men­schen des Paläo­li­thi­kums leb­ten in Savan­nen und ernähr­ten sich dort von Tie­ren und Grä­sern. Da die Gebis­se unse­rer Vor­fah­ren, archäo­lo­gi­schen Befun­den zufol­ge, aller­dings nicht auf das Kau­en des über­ir­disch wach­sen­den Gra­ses aus­ge­legt waren, haben sie ver­mut­lich die Wur­zeln der Grä­ser geges­sen. Es gibt auch Hin­wei­se dar­auf, dass die Nah­rung bereits gekocht und nicht nur roh ver­speist wur­de. For­schun­gen deu­ten außer­dem dar­auf­hin, dass der Homo sapi­ens und auch der Nean­der­ta­ler an der Spit­ze der Nah­rungs­ket­te stan­den und ihren Pro­te­in­be­darf fast voll­stän­dig aus tie­ri­scher Nah­rung gedeckt haben.

Es gab eine gro­ße Kin­der­sterb­lich­keit und vie­le Men­schen star­ben nach Unfäl­len oder Ver­wun­dun­gen im Kampf. Die Men­schen, die über­leb­ten, waren in die­ser Zeit­span­ne im Schnitt jedoch sehr gesund, und konn­ten auch alt wer­den, ohne dege­ne­ra­ti­ve Krank­hei­ten zu ent­wi­ckeln, das zei­gen Fun­de aus die­ser Zeit recht deut­lich.

Die Popu­la­ti­on war zudem über sehr lan­ge Zeit sehr sta­bil, wes­halb es wenig Gen­va­ria­bi­li­tät gab, so dass der Ein­fluß von Ernäh­rung auf die Gesund­heit sehr viel ein­fa­cher nach­weis­bar ist, als in stark wach­sen­den Popu­la­tio­nen in jün­ge­rer Zeit, deren Gen­va­ria­bi­li­tät natür­lich sehr groß ist. Das Paläo­li­thi­kum dau­er­te 2.500.000 Jah­re.

Der Über­gang in unser Zeit­al­ter, das Holo­zän, ist geprägt durch die soge­nann­te „land­wirt­schaft­li­che Revo­lu­ti­on“, mit der sich auch die Ernäh­rung grund­le­gend änder­te und die Zahl der Men­schen auf unse­rem Pla­ne­ten rapi­de wuchs. Der Mensch wur­de vom Jäger und Samm­ler zum sess­haf­ten Acker­bau­ern. Das Holo­zän mit sei­nen rund 10.000 Jah­ren ist mensch­heits­ge­schicht­lich also noch sehr jung. Es ist davon aus­zu­ge­hen, dass sich der Mensch noch nicht ide­al an die­se für unse­re Spe­zi­es noch recht neue Art der Ernäh­rung ange­passt hat. Das gilt noch deut­lich kla­rer für die indus­tri­el­len Ver­än­de­run­gen, die unse­re Ernäh­rung in den ver­gan­ge­nen 50 Jah­ren erlebt hat.

3. Fasten

Fas­ten­zei­ten – gewählt oder nicht gewählt. In Hun­ger­zei­ten ernährt der Kör­per sich aus eige­nen Reser­ven, er „kan­ni­ba­li­siert“ sich, und bleibt doch über eine recht lan­ge Zeit leis­tungs­fä­hig. Die Zusam­men­set­zung einer „Kan­ni­ba­len­di­ät“ lie­fert daher Hin­wei­se, wie eine natür­li­che Ernäh­rungs­wei­se zusam­men­ge­setzt ist. Wenn wir regel­mä­ßig Nah­rung zu uns neh­men, die in der Zusam­men­set­zung unse­ren eige­nen Reser­ven ent­spricht, fällt es außer­dem dem Kör­per deut­lich leich­ter, mit Fas­ten­zei­ten umzu­ge­hen, da unser Stoff­wech­sel bereits dar­auf ange­passt ist. Eine koh­len­hy­dratrei­che Diät hin­ge­gen führt dazu, dass unser Kör­per den Kohlenhydrat-Stoffwechsel opti­miert und akti­viert hat. Kommt nun eine Fas­ten­zeit, müss­te unser Kör­per jedoch in ers­ter Linie Fett frei­set­zen und ver­bren­nen. Der Fett­stoff­wech­sel muss nun aber erst ange­kur­belt wer­den und ent­spre­chend schwer fällt es dem Kör­per, kurz­fris­tig mit dem Fas­ten klar zu kom­men. Genau anders ver­hält es sich mit einer fett­rei­chen Ernäh­rung. Hier ist der Fett­stoff­wech­sel bereits aktiv und das Fas­ten wird deut­lich ein­fa­cher, der Kör­per kann über­gangs­los von Außen- auf Innen­er­näh­rung umschal­ten.

4. Muttermilch

Mut­ter­milch ist die bes­te Ernäh­rung für Säug­lin­ge, dar­in sind sich mitt­ler­wei­le fast alle For­scher einig. Auch die Zusam­men­set­zung der Mut­ter­milch kann uns des­halb bereits eini­ges über eine art­ge­rech­te Ernäh­rung, von Men­schen ver­ra­ten. Und Mut­ter­milch besteht zu deut­lich über 50 Pro­zent aus Fett.

Menschliche Ernährung Mindmap

5. Nahrung und Nähstoffe bei allen Säugetieren

Nah­rung und Nähr­stof­fe: Obwohl Säu­ge­tie­re sehr unter­schied­lich Nah­rung bevor­zu­gen, ähnelt sich der Mix an Nähr­stof­fen, die sie aus die­ser Nah­rung durch Ver­dau­ung „pro­du­zie­ren“.

Alle Säu­ge­tie­re haben in Bezug auf die durch die Ver­dau­ung „pro­du­zier­ten“ Makro­nähr­stof­fe weit­ge­hend die­sel­ben Bedürf­nis­se.

Immer beden­ken: Nah­rung ist das was wir essen. Nähr­stof­fe sind das, was unser Kör­per bei der Ver­dau­ung aus der Nah­rung macht. Trotz ihrer unter­schied­li­chen Phy­sio­lo­gie und Ernäh­rungs­wei­se ent­steht bei Tie­ren durch die Ver­dau­ung immer ein sehr ähn­li­cher Nähr­stoff­mix:

  • 56–77% gesät­tig­te und ein­fach unge­sät­tig­te Fett­säu­ren
  • 15–25% Pro­te­in
  • 0–16% Koh­len­hy­dra­te
  • 1–11% mehr­fach unge­sät­tig­te Fett­säu­ren.

Unter der Annah­me, dass der Mensch auf­grund sei­nes grö­ße­ren Gehirns etwas mehr Koh­len­hy­dra­te benö­tigt, ergibt sich dar­aus fol­gen­des Nähr­stoff­pro­fil für den Men­schen:

  • 55% gesät­tig­te und ein­fach unge­sät­tig­te Fett­säu­ren
  • 25% Koh­len­hy­dra­te
  • 15% Pro­te­in
  • 5% mehr­fach unge­sät­tig­te Fett­säu­ren, dabei kann die opti­ma­le Zusam­men­set­zung durch­aus schwan­ken, abhän­gig von der tra­di­tio­nel­len Nah­rungs­zu­sam­men­set­zung, die in unter­schied­li­chen geo­gra­phi­schen Regio­nen über Gene­ra­tio­nen bestan­den hat.

Im Ver­gleich zu ande­ren Tie­ren, auch ande­ren Pri­ma­ten, haben Men­schen auf­grund ihrer Phy­sio­lo­gie, rela­tiv gese­hen, wenig Mög­lich­kei­ten, die auf­ge­nom­me­ne Nah­rung umzu­wan­deln und den Nähr­stoff­be­darf „pas­send“ zu machen. Daher soll­ten Men­schen bei der Aus­wahl der Lebens­mit­tel bereits dar­auf ach­ten, dass die Zusam­men­set­zung der Nähr­stof­fe nah am Bedarf ist. Um auch hier noch ein­mal den Unter­schied zwi­schen Nah­rung und Nähr­stof­fen zu ver­deut­li­chen: das heisst trotz des hohen Fett­an­teils bei den Nähr­stof­fen, dass – auf­grund der unter­schied­li­chen Kalo­ri­en­dich­te – nach Men­ge und Gewicht Pflan­zen den größ­ten Teil der Nah­rung aus­ma­chen soll­ten!

Für unsere Nahrung leitet sich daraus ab

Dar­aus lei­tet sich ab:

Wir soll­ten am bes­ten „ech­te“ Nah­rungs­mit­tel essen, das sind über­wie­gend Pfan­zen, deren Wur­zeln und Knol­len sowie Tie­re und ihre Pro­duk­te.

Für unse­ren Gang auf den Wochen­markt oder in den Super­markt bedeu­tet das, dass wir in ers­ter Linie in der Gemü­se­ab­tei­lung und beim Metz­ger oder im Hof­la­den natür­li­che Lebens­mit­tel ein­kau­fen und auf jeden Fall die Rega­le mit Fer­tig­nah­rung links lie­gen las­sen.

In den moder­nen Ernäh­rungs­emp­feh­lun­gen sind die Antei­le von Fet­ten und Koh­len­hy­dra­ten gegen­über dem Nähr­stoff­pro­fil der PHD ver­tauscht. Ver­mut­lich resul­tiert auch dar­aus eine Zunah­me an Über­ge­wicht und Herz-Kreislauf-Erkrankungen in unse­rer Gesell­schaft. „Fett“ als Nah­rungs­be­stand­teil wird jedoch zur­zeit von immer mehr For­schern reha­bi­li­tiert, und auch die emp­foh­le­nen Men­gen und Zusam­men­set­zun­gen gehen immer mehr in die Rich­tung der Emp­feh­lun­gen der PHD.

Natür­lich kann hier nur eine ver­kürz­te und ver­ein­fach­te Form der Hin­ter­grün­de und Emp­feh­lun­gen der PHD ste­hen. Die Details kön­nen in dem Buch von Paul und Shou-Ching Jami­net nach­ge­le­sen wer­den. Eine über­ar­bei­te­te deut­sche Fas­sung erscheint vor­aus­sicht­lich im April 2018 im Thie­me Ver­lag unter dem Titel „Per­fect Health Diet – Die sichers­te Art sich zu ernäh­ren“.

Mehr Hin­ter­grün­de zur Per­fect Health Diet und wie sich unse­re Nah­rung zusam­men­set­zen soll­te, um den per­fek­ten Nähr­stoff­mix zu erzie­len, und was das für unse­ren täg­li­chen Spei­se­plan bedeu­tet, beschrei­ben wir in wei­te­ren Bei­trä­gen.

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