Mit der PHD gegen das Grippevirus?

Die Erkäl­tungs­zeit steht vor der Tür und wie jedes Jahr wer­ben öffent­li­che und nicht­öf­fent­li­che Stel­len für die Grip­pe­imp­fung. Wir wol­len hier nicht für oder gegen die Imp­fung Par­tei ergrei­fen, Imp­fung – ja oder nein – das muss schon jeder selbst ent­schei­den.

Man­che ent­schei­den sich gegen die Imp­fung, zum Bei­spiel, weil es jedes Jahr aufs Neue nicht wirk­lich vor­her­zu­sa­gen ist, wie das Grip­pe­vi­rus aus­sieht und wie gut es ihm gelin­gen wird, sich zu ver­än­dern und so mög­li­cher­wei­se den Schutz zu umge­hen. Oder weil die Imp­fung selbst nicht ganz ohne Risi­ko ist. Oder weil sie lei­der nicht gegen bana­le grip­pa­le Infek­te wirkt, also die klas­si­sche „Erkäl­tung“, die viel häu­fi­ger ist als die eigent­li­che Grip­pe – aber von ande­ren Viren ver­ur­sacht wird.

Was aber kön­nen Sie gegen Grip­pe tun, wenn Sie sich gegen die Imp­fung ent­schei­den?

Es gibt eine gan­ze Rei­he von Mög­lich­kei­ten, das eige­ne Immun­sys­tem das gan­ze Jahr über fit zu machen gegen die win­ter­mor­gend­li­chen Schnupf- und Hust-Angriffe in U- und S‑Bahn oder kurz dar­auf vom Schreib­tisch­nach­barn im Büro.

Das ein­fachs­te Immun-Boosting ist ein Lebens­stil nach PHD.

Ernährungsstrategie für ein kompetentes Immunsystem

So ist das Kapi­tel 39 der PHD über­schrie­ben – ein Kapi­tel für Men­schen, die wis­sen wol­len, wie das Immun­sys­tem funk­tio­niert, sie­ben Sei­ten, die es in sich haben. Die Gra­fik auf Sei­te 472 fasst die wich­tigs­ten Punk­te vor­ab zusam­men.

Ernaehrung Immunsystem Mindmap

Wer wis­sen will, was genau es mit den ein­zel­nen Punk­ten auf sich hat, und was „genug“ oder „aus­rei­chend“ jeweils heißt, dem bleibt nur, das Kapi­tel zu lesen.

Wir wol­len hier aber doch min­des­tens zwei, viel­leicht über­ra­schen­de, Punk­te her­aus­grei­fen: „nicht zuviel Pro­te­in“ und „aus­rei­chend Koh­len­hy­dra­te“. Wer das Buch gele­sen hat oder auch nur die­sen Blog, der weiß, dass die PHD einer­seits emp­fiehlt, weni­ger Koh­len­hy­dra­te zu sich zu neh­men als heu­te üblich (also nur maxi­mal 30 Pro­zent der Kalo­rien statt den häu­fig emp­foh­le­nen und noch häu­fi­ger rea­li­sier­ten 50+ Pro­zent). Ande­rer­seits beharrt sie auf hin­rei­chend (tie­ri­schem) Pro­te­in. Jetzt also doch anders­rum, wenn es ums Immun­sys­tem geht?

Genug Kohlenhydrate und nicht so viel Protein

Natür­lich ist nicht alles anders­rum. Die Hin­wei­se auf aus­rei­chend Koh­len­hy­dra­te und nicht zuviel Pro­te­in rich­ten sich einer­seits an die Anhän­ger der in den letz­ten Jah­ren so popu­lär gewor­de­nen keto­ge­nen Ernäh­rung, die die Koh­len­hy­dra­te soweit mini­mie­ren, dass eine dau­er­haf­te Nah­rungs­ke­to­se erzeugt wird, also auf 10 Pro­zent der Kalo­rien oder sogar weni­ger. Immun­zel­len brau­chen aber Glu­ko­se, um Patho­ge­ne, vor allem Pil­ze, zu töten (S. 475). Bei 25 oder gar 30 Pro­zent Anteil Koh­len­hy­dra­ten an der Gesamt­ver­sor­gung hat man genug davon und das Immun­sys­tem kann sei­ne Funk­tio­nen erfül­len.

Aller­dings braucht es dar­über hin­aus noch genü­gend Jod, Selen, Zink, Kup­fer und Vit­amin C – und Eisen.

Gleich­zei­tig emp­fiehlt die PHD, nicht zuviel Pro­te­in und vor allem nicht zuviel Eisen (letz­te­res hängt mit ers­te­rem zusam­men, wer Fleisch isst, nimmt damit auch Eisen auf). Wie­der geht es bei bei­dem nicht um einen kom­plet­ten Ver­zicht, schließ­lich führt ein Eisen­man­gel in die Anämie, son­dern um das rich­ti­ge Maß, und ggf. um vor­über­ge­hen­den Ver­zicht, zum Bei­spiel bei Infek­tio­nen. Vie­le Bak­te­ri­en leben von bestimm­ten Ami­no­säu­ren und machen sich auch das Eisen zunut­ze. Natür­lich könn­te man ver­su­chen, die­sen Bak­te­ri­en Ami­no­säu­ren vor­zu­ent­hal­ten, also mög­lichst fleisch­los zu leben, das aber hät­te uner­freu­li­che Neben­wir­kun­gen, zum Bei­spiel für die eige­ne Mus­ku­la­tur. Bes­ser ist es, Eiweiß maß­voll zu sich zu neh­men (in dem Umfang, die die PHD an ande­rer Stel­le emp­fiehlt) und durch (Kraft)sport dort­hin zu lei­ten, wo es hin­ge­hört: in die Mus­ku­la­tur – schon schau­en die Bak­te­ri­en in die Röh­re. Auch vor­über­ge­hen­der Ent­zug durch inter­mit­tie­ren­des Fas­ten ist eine mög­li­che Ant­wort, vor allem gegen intra­zel­lu­lä­re Patho­ge­ne.

Und was ist mit Eisen?

Auch Eisen ist ein Mine­ral, das Mikro­ben, vor allem Bak­te­ri­en, brau­chen und die meis­ten Kom­pli­ka­tio­nen von vira­len Infek­ten wie zum Bei­spiel eine Sinu­si­tis ent­ste­hen durch bak­te­ri­el­le Super­in­fek­tio­nen.

Dau­er­haf­ter Ent­zug ist aber natür­lich auch bei Eisen kei­ne Lösung, es gilt wie immer, das rich­ti­ge Maß zu hal­ten. Selbst wer an einem Eisen­über­schuss lei­det, zum Bei­spiel wegen einer gene­tisch beding­ten Hämochro­ma­to­se (Eisen­über­las­tungs­stö­rung), neigt zwar deut­lich stär­ker zu Infek­ti­ons­krank­hei­ten, kann aber sei­nen Eisen­spie­gel meist schon durch regel­mä­ßi­ges Blut­spen­den (unge­fähr zwei­mal im Jahr) auf einem nor­ma­len Niveau hal­ten.

Und wenn die Grippe einen doch erwischt

Mit und ohne Imp­fung kann einen die Grip­pe erei­len. Ob es eine Grip­pe ist, oder „nur“ ein grip­pa­ler Infekt, bei­des ist unan­ge­nehm. Und bei­des lässt sich durch Scho­nung, maß­vol­les Essen, viel trin­ken (hilf­reich ist, wen wun­derts, die Kno­chen­brü­he) erträg­li­cher machen. Und spä­tes­tens jetzt soll­te man Vit­amin C sup­ple­men­tie­ren. Was „genug“ in die­sem Zusam­men­hang ist? Das ist indi­vi­du­ell unter­schied­lich, als Faust­re­gel kann man bei Erwach­se­nen fünf Gramm, bei Kin­dern drei Gramm anset­zen – in Por­tio­nen von 500 mg über den gan­zen Tag ver­teilt. Es hilft nicht nur, die feind­li­chen Mikro­ben zu ver­nich­ten, es hilft, in aus­rei­chen­der Men­ge auf­ge­nom­men, auch die mit sol­chen Infek­ten ein­her­ge­hen­den Beschwer­den schnell zu lin­dern.


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