No Milk Today

Wenn man Jeman­den zum ers­ten Mal mit der Per­fect Health Diet bekannt macht, gibt es vor­her­sag­bar nach weni­gen Minu­ten eine wie­der­keh­ren­de Reak­ti­on: „Das ist ja in jeder Hin­sicht das Gegen­teil des­sen, was man mir bis­her gesagt hat!“

Äh, naja… Also ja, die PHD emp­fiehlt häu­fig das Gegen­teil der gern ver­brei­te­ten All­tags­re­geln, aber Voll­korn ist nun mal nicht gesund­heits­för­dernd und gesät­tig­te Fet­te von gesun­den Tie­ren sind es.

Dass die Unter­schie­de zu den mainstream‐Ernährungsempfehlungen, egal wel­cher Her­kunft, sofort auf­fal­len, liegt natür­lich auch dar­an, dass man sein Gegen­über nicht mit Alt­be­kann­tem lang­wei­len will. Ande­rer­seits ist die PHD nicht anders, weil sie anders sein will, son­dern weil sie ver­läss­li­che wis­sen­schaft­li­che Grund­la­gen hat. Sie zei­gen, dass vie­le „Ernährungs‐Weisheiten“ eben kei­ne sind.

Neh­men wir uns heu­te einen ganz beson­ders sen­si­blen Auf­re­ger vor: die Milch.

Sie trinken keine Milch?!

Weni­ge Regeln waren bis­her so all­ge­mein ver­brei­tet, wie die, dass Milch ein gesun­des Lebens­mit­tel sei. Behaup­tet man in einer gesel­li­gen Run­de das Gegen­teil, wird es plötz­lich sehr still im Raum, und man sieht in kon­ster­nier­te Gesich­ter sei­ner Mit­men­schen. Men­schen, die viel Milch trin­ken, weil sie mei­nen, damit etwas für ihre Gesund­heit zu tun, und Men­schen, die kei­ne Milch trin­ken, aber des­halb (viel­leicht) ein schlech­tes Gewis­sen haben.

Dann gibt es noch die, die die PHD gele­sen haben, und sich über gleich meh­re­re schein­ba­re Wider­sprü­che wun­dern. Mut­ter­milch heißt es da (Kapi­tel 4), ist die per­fek­te Nah­rung für (klei­ne) Men­schen. Aus der Zusam­men­set­zung ihrer Makro­nähr­stof­fe lei­ten die Jami­nets unter ande­rem die opti­ma­le Zusam­men­set­zung der Makro­nähr­stof­fe für den Men­schen all­ge­mein ab.

Und doch heißt es lapi­dar in der PHD (S.29), Milch soll­te man weg­las­sen – nur um dann gleich eine Emp­feh­lung für fer­men­tier­te Milch­pro­duk­te aus­zu­spre­chen, von Joghurt bis Käse.

Wieso ist Milch schlecht?

Milch, das kann man zei­gen, ist für Erwach­se­ne noch nicht sehr lan­ge genieß­bar, bis vor weni­gen tau­send Jah­ren hat der mensch­li­che Kör­per nach dem Abstil­len die Pro­duk­ti­on von Lak­ta­se (das Enzym, das für die Ver­dau­ung von Milch­zu­cker, Lak­to­se, zustän­dig ist) ein­ge­stellt. Laktose‐Intoleranz war der nor­ma­le Zustand für alle Men­schen. Auch heu­te betrifft das noch immer mehr Men­schen, als man­che ver­mu­ten, in Nord­eu­ro­pa immer­hin noch 5%, in eini­gen asia­ti­schen und afri­ka­ni­schen Regio­nen über 90%.

Jen­seits die­ser offen­sicht­li­chen Unver­träg­lich­keit ist Milch jedoch für alle kei­ne gute Wahl, min­des­tens in der Form, in der wir sie heu­te im Regal haben, von Tie­ren aus Mas­sen­tier­hal­tung, wär­me­be­han­delt bis hoch­er­hitzt, halt­bar gemacht für die Ewig­keit. Milch ist kein Natur­pro­dukt.

Sie ent­hält oben­drein hohe Zucker­an­tei­le (vor allem, wenn sie „lak­to­se­frei“ ist, dafür wird der Milch­zu­cker in Glu­ko­se umge­wan­delt), Hor­mo­ne, die in den mensch­li­chen Hor­mon­haus­halt ein­grei­fen und eine gan­ze Rei­he an rela­tiv schwer ver­dau­li­chen Pro­te­inen, die all­er­gi­sche Reak­tio­nen aus­lö­sen kön­nen, je nach Her­kunft kom­men Rück­stän­de von Pes­ti­zi­den, Anti­bio­ti­ka und Umwelt­gif­ten dazu.

Rohmilch – eine Alternative?

Und was ist mit Milch direkt aus dem Euter einer natür­lich leben­den Kuh? Jetzt plötz­lich wer­den Sie auch Milch‐Befürworter war­nen, vor den Bak­te­ri­en (Sal­mo­nel­len, Yer­si­ni­en, Lis­te­ri­en), die Sie sich dabei ein­fan­gen könn­ten. Den­noch ist Roh­milch für gesun­de Erwach­se­ne, die gene­rell Milch ver­tra­gen und die den Geschmack die­ser Milch mögen (ja, die schmeckt tat­säch­lich ganz anders…) wohl nicht so pro­ble­ma­tisch – unter ande­rem wegen der mit­ge­lie­fer­ten Bak­te­ri­en, vor allem Lak­toba­zil­len, die nicht nur hel­fen, die­se Milch zu ver­dau­en, son­dern dem mensch­li­chen Darm zuträg­lich sind.

Das ist auch der Grund, war­um die PHD Käse und ande­re fer­men­tier­te Milch­pro­duk­te in über­schau­ba­ren Men­gen zulässt: die Bak­te­ri­en, die bei der Fer­men­tie­rung unter ande­rem die Lak­to­se ver­dau­en, so dass die meis­ten Käse von Natur aus lak­to­se­arm oder sogar -frei sind. Und Milch­fet­te wie But­ter oder Sah­ne von wei­de­ge­füt­ter­ten Tie­ren ent­hal­ten eben­falls sehr weni­ge pro­ble­ma­ti­sche Stof­fe, dafür aber eine opti­ma­le Fett‐Zusammensetzung.

Ausprobieren

Den­noch sind auch fer­men­tier­te Milch­pro­duk­te nicht für jeden geeig­net: Ins­be­son­de­re das in Kuh­milch in der Regel ent­hal­te­ne Alpha‐Kasein ist für vie­le Men­schen ein Pro­blem. Wer chro­ni­sche gesund­heit­li­che Pro­ble­me hat, vor allem sol­che, die die Haut betref­fen, kann einen ganz ein­fa­chen Selbst­test machen und 30 Tage ganz auf Milch­pro­duk­te ver­zich­ten. Machen Sie danach zunächst einen Ver­such mit Ziegen‐ oder Schafs­kä­se (voll­fett…) und erst spä­ter mit Käse von der Kuh und fin­den Sie so her­aus, ob Käse auf Ihrem Spei­se­plan blei­ben soll­te, oder eher nicht.

Und was ist mit Kalzium?

Auch ein belieb­ter Irr­tum: um genü­gend Kal­zi­um zu bekom­men, braucht man kei­ne Milch, man bekommt es aus nahe­zu allen natür­li­chen pflanz­li­chen und tie­ri­schen Lebens­mit­teln, die die PHD emp­fiehlt, von grü­nem Gemü­se bis Kno­chen­brü­he.


Schreibe einen Kommentar

Newsletter abonnieren

Regelmäßig ein neues Rezept oder Wissenswertes zur PHD lesen

Registrieren Sie sich hier für unseren kostenlosen Newsletter

Nein Danke

Newsletter abonnieren

Regelmäßig ein neues Rezept oder Wissenswertes zur PHD lesen

Registrieren Sie sich hier für unseren kostenlosen Newsletter





Hinweise zum Datenschutz, Widerruf, Protokollierung sowie der von der Einwilligung umfassten Erfolgsmessung, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.


Nein Danke.