PHD maßkonfektioniert?

Funk­tio­niert die PHD für jeden? Paul und Shou‐Ching Jami­net sind über­zeugt davon. Und tat­säch­lich stim­men die Rück­mel­dun­gen von Lesern der PHD, sehr opti­mis­tisch. Das glei­che gilt für das Feed­back von Teil­neh­mern ihrer Retre­ats an der Küs­te Nord‐Carolinas, wo sie eine umfas­sen­de Lebensstil‐Veränderung nach PHD im Lauf von einer bis zwei Wochen ler­nen.

Aber: hier reden wir über Men­schen, die bereit sind, sich tief in die Details ein­zu­ar­bei­ten oder sich für eini­ge Zeit die Anlei­tung eines PHD‐erfahrenen Health Coa­ches zu bege­ben, und dann gleich alles auf ein­mal anzu­ge­hen, die Ernäh­rung, Stress­be­wäl­ti­gung, die zir­ka­dia­nen Rhyth­men, die Bewe­gung etc.

Was aber ist mit allen ande­ren, erfah­rungs­ge­mäß ist das die Mehr­heit?

Zipperlein & Co.

Solan­ge Sie nur klei­ne­re gesund­heit­li­che Beein­träch­ti­gun­gen haben, also häu­fi­ger mal Kopf­schmer­zen, das Knie quietscht ver­däch­tig, die Nase läuft, auch wenn Sie kei­ne Erkäl­tung haben, der Bauch befin­det sich im Dau­er­wachs­tum oder ähn­li­ches, reicht es ver­mut­lich tat­säch­lich, wenn Sie ein­fach auf PHD umstel­len. Das glei­che gilt bei gerin­gen Abwei­chun­gen im Labor, Gesamt‐Cholesterin zu hoch (aber Vor­sicht: Die PHD akzep­tiert die viel zu nied­ri­gen Cholesterin‐Soll‐Werte nicht, die heu­te all­seits als Ziel aus­ge­ge­ben wer­den, wer dazu mehr wis­sen will, fin­det auf der ame­ri­ka­ni­schen Web­site der PHD viel Mate­ri­al), Schild­drü­se grenz­wer­tig, Nüch­tern­zu­cker leicht auf­fäl­lig – auch dann reicht ver­mut­lich eine ein­fa­che Umstel­lung auf die PHD.

Ein­fach“ ver­nied­licht die Ver­än­de­rung natür­lich, die PHD ist schon ein erheb­li­cher Ein­griff in unse­ren Standard‐Lebensstil. Die­se Ver­än­de­rung soll­te oben­drein von min­des­tens zwei Eigen­schaf­ten getra­gen sein: Kon­se­quenz und Geduld.

Es gibt ja inzwi­schen eine gan­ze Rei­he von „Ernäh­rungs­an­lei­tun­gen“, die behaup­ten, nach der Metho­de 5/7 oder 80% zu funk­tio­nie­ren, soll hei­ßen, fünf Tage gesund leben und dann, natür­lich am Wochen­en­de, Fün­fe grad sein zu las­sen, oder, etwas gene­ra­li­sier­ter: ich hal­te mich mal zu 80% dran, dann wer­den die rest­li­chen 20% wohl kaum ein Pro­blem dar­stel­len. Zwei­fel­los ist jeder Tag, den ich gesün­der lebe, ein gewon­ne­ner Tag, inso­fern ist das bes­ser als nichts. Aber man weiß auch, dass gera­de sol­che Inkon­se­quenz eher frü­her als spä­ter dazu führt, dass aus zwei wie­der sie­ben Tage oder aus 20 wie­der 100% wer­den. Und auch wenn die PHD oft sehr schnell greift (je näher am Darm die Beschwer­den lie­gen, erfah­rungs­ge­mäß umso schnel­ler), braucht es manch­mal Mona­te Geduld, bis wirk­lich sta­bi­le Bes­se­rung ein­tritt.

Genau da liegt – manch­mal – auch die Schwie­rig­keit, für alle die, die grö­ße­re oder schon län­ger wäh­ren­de gesund­heit­li­che Pro­ble­me haben.

Maß nehmen

Die Erfah­rung zeigt, dass ins­be­son­de­re Men­schen, die eine chro­ni­sche Krank­heit wie Dia­be­tes, eine Auto­im­mun­krank­heit oder Herz‐Kreislauferkrankungen haben, von der PHD erheb­lich pro­fi­tie­ren kön­nen. Aller­dings emp­fiehlt es sich hier, über eine Anpas­sung der PHD nach­zu­den­ken, wie­der am bes­ten mit ärzt­li­cher oder sons­ti­ger fach­li­cher Unter­stüt­zung. So soll­te, wer Lebens­mit­te­lun­ver­träg­lich­kei­ten hat, natür­lich alles weg­las­sen, was die­se aus­löst, auch wenn es sich um ein PHD‐Lebensmittel han­delt. Ein Dia­be­ti­ker wird mög­li­cher­wei­se deut­lich bes­se­re Erfol­ge bei der Wie­der­her­stel­lung sei­ner meta­bo­li­schen Fle­xi­bi­li­tät, wenn er den Koh­len­hy­drat­an­teil sei­ner Nah­rung auf unter die von PHD emp­foh­le­nen 25–30% senkt, even­tu­ell sogar dau­er­haft (ja, das heißt auch, dass er unter Umstän­den aus „Brot und Back­wa­ren“ die her­aus­su­chen müss­te, die haupt­säch­lich Nuss­be­stand­tei­le und kein Reis­mehl ent­hal­ten. Ande­re müss­ten ggf. kon­se­quent alle Milch­pro­duk­te oder alle Nacht­schat­ten­ge­wäch­se weg­las­sen. Beim einen kann mehr tie­ri­sches Pro­te­in, beim ande­ren mehr gesun­des Fett, beim Drit­ten häu­fi­ge­res inter­mit­tie­ren­des Fas­ten die Ant­wort sein, oder alle die­se Din­ge gleich­zei­tig – und zwar vor­über­ge­hend oder dau­er­haft.

Tailor man working in his tailor shop, Tailoring, close up

Und mein Schnittmuster?

Es gibt einen ver­hält­nis­mä­ßig gera­den Weg, wie man, auch ohne Unter­stüt­zung durch Drit­te, sei­nen per­sön­li­chen Weg, sei­ne per­sön­li­che PHD fin­det: Lesen Sie das Buch, und ernäh­ren Sie sich 30 Tage sehr kon­se­quent nach die­sen Regeln (Rezep­te auf die­ser Sei­te…). Wenn Sie dabei schon befrie­di­gen­de Fort­schrit­te auf dem Weg zu mehr Gesund­heit erle­ben, machen Sie ein­fach wei­ter.

Sind Sie nicht zufrie­den, oder haben Sie den Ein­druck, dass ein Teil die­ser Ernäh­rung Ihnen per­sön­lich nicht bekommt (und Ihr Kör­per wird Ihnen in der Regel deut­lich kla­re­re Rück­mel­dun­gen geben, als er das vor der Umstel­lung tun konn­te), dann las­sen Sie die­sen Teil ein­fach mal 3–4 Tage weg und beob­ach­ten Sie, was pas­siert. Tes­ten Sie Sup­ple­men­te nach den Vor­ga­ben der PHD (Sei­te 361 ff.), oder ver­su­chen Sie, Ihre Ver­dau­ung durch Enzy­me zu unter­stüt­zen.

Auch hier heißt es wie­der: Geduld. Gesund­heit braucht zwar, Kon­se­quenz vor­aus­ge­setzt, nicht so lan­ge, wie Krank­heit, um „chro­nisch“ zu wer­den, aber wenn man Jah­re oder gar Jahr­zehn­te nach unse­ren west­li­chen Stan­dards geges­sen und gelebt hat, muss man doch einen rela­tiv lan­gen Atem haben, um sie wie­der­zu­ge­win­nen.


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